Schlafanfälle beim Pferd

Alles fing damit an, als Sternchen geboren wurde. Sie lag immer mitten in der Box, schön weit ausgestreckt, sodass Fanni keinen Platz mehr hatte, sich hinzulegen. Man denkt vielleicht, es wäre nicht so wichtig, das Pferde sich hinlegen, da sie ja auch im Stehen schlafen können. Allerdings fehlt ihnen dann die wichtige Tiefschlafphase. Pferde brauchen die genauso wie wir, um sich wirklich erholen zu können.
Nun hatte ich damals einige Male beobachtet wie sie im Stehen döste. Das hat sicher jeder schon gesehen, der mit Pferden zu tun hat. Allerdings war es nicht nur das übliche Dösen, sondern der Kopf wurde immer tiefer, die Vorderbeine wurden nach vorne weggestellt, und bald schon war das Maul am Boden angelangt. Das Pferd schwankte, knickte manchmal auch vorne ein, wurde aber immer noch rechtzeitig wach, bevor sie dann auf das Fohlen gefallen wäre.

Das hatte mir mal wieder niemand geglaubt, bis die Stallbesitzer es dann endlich selbst gesehen hatten und den Tierarzt einen Check-Up machen liessen. Blut war ok, es wurden dennoch Vitamine und Mineralien gegeben. Danach war es besser. Bis dahin dachte ich noch, dass sie Narkolepsie oder einen Tumor hat. Man malt sich dann ja grad immer die schlimmsten Bilder aus.

Als ich Fanni dann 2018 endlich wieder zu mir holen konnte und die Arthrose diagnostiziert wurde, fingen im Winter diese Anfälle auch wieder an (zumindest, sodass ich es mitbekommen habe). Zwischenzeitlich hatte ich auch mehr Infos darüber bekommen, da endlich Untersuchungen zu dem Thema angestellt wurden: Schlafanfälle wegen dem Mangel an Tiefschlaf. Pferde die sich nicht gerne ablegen, sei es auf Grund von Schmerzen oä. (zu wenig Einstreu, Unruhe in der Nacht, plagende Stallnachbarn) sind ab einem bestimmten Zeitpunkt so übermüdet, dass sie keine Kontrolle mehr haben. Ein bisschen so, wie ein Sekundenschlaf bei uns.

Fanni hat auf Grund ihrer Gelenkschmerzen anscheinend aufgehört, wirklich zu schlafen und sich hinzulegen. Es geht immer bergauf, bergab aber in den letzten Tagen ist es schlimmer geworden.
Sie fängt sich nicht mehr rechtzeitig, sondern fällt tatsächlich unkontrolliert um. Keine schöne Vorstellung, was da alles passieren kann. Bisher ist es bei Schürfwunden geblieben. Nun ist die Frage, was kann ich tun? Theoretisch kann man sehr viel tun aber es muss auch in den persönlichen Möglichkeiten liegen. Bedeutet, dass sie jetzt auf Pellet-Einstreu umgestellt wurde, sodass die Box viel dicker eingestreut ist und es Fanni schmackhafter gemacht wird, sich hinzulegen. Dazu kommt das Übliche: Gletscher Cooling Gel, Aktiv Muskelbalsam, Tonerde, Heilerde, Back on Track Stallgamaschen, hin und wieder punktieren lassen, kühlen, Teufelskralle/Ingwer-Pellets, MSM, stoffwechselfördernde Kräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Stiefmütterchen, Mariendistelsamen und vor allem laufen. Zudem bekommt sie ein leichtes Schmerzmittel um den Grundschmerz zu nehmen.

Was könnte man sonst noch tun? (das ist auf die Ursache Arthrose bezogen)
Akupunktur, Blutegel, Magnetfelddecken/Gamaschen, Aquatrainer/Spa, Homöopathie, Schüsslersalze und, und, und….
Wenn natürlich Stress mit den Nachbarpferden entsteht oder das Pferd in einer Herde steht, wo es sich nicht vernünftig ausruhen kann, muss da an der Haltung gearbeitet werden. Man sollte auch die Nachtruhe einhalten. Es muss ja nicht jeder zu jeder Tages- und Nachtzeit noch im Stall sein, Lärm machen, Licht an haben – das kann auch ein Faktor sein. Grundsätzlich gilt aber, dass man das Pferd auf schmerzhafte Erkrankungen untersucht, denn das sollte man natürlich ausschliessen können. Wenn man die Möglichkeit hat ist es auch gut, die Boxenwände mit Gummimatten zu verkleiden, sodass sich die Haut nicht an den Holzwänden, die ja oft auch angeknabbert sind, aufschürfen kann und man zumindest insofern schon einige Vorkehrungen treffen kann.
Bisher weiss ich auch noch keine weiteren Lösungen, vielleicht aber ihr? Schreibt mir doch per Mail…

– Grosse Box
– Dickes, weiches Einstreu
– Gesicherte Wände
– Nachtruhe einhalten
– Entspannte Boxennachbarn bzw. Herde
– Behandlung von Erkrankungen
– Tierarztcheck